Chronik

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Siebenter Lebendiger Adventskalender 2015

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Wolfgang Tempel

„Was macht ihr denn heute Abend?“ --- „Wir gehen zum lebendigen Adventskalender.“ --- „Was‘ das denn?“ --- „Da bereiten über’s ganze Dorf verteilt Familien eine Kleinigkeit vor, öffnen symbolisch ein Türchen und vom 1. bis zum 23. Dezember wird dann vor den Häusern musiziert und gesungen und es werden kleine Geschichten oder Gedichte vorgetragen.“ --- „Das‘ ja doll!“ --- „Und anschließend gibt es noch einen Glühwein, Kinderpunsch, Gebackenes, Brote und etwas Süßes. Dann wird ein bisschen geklönt und nach ‘ner dreiviertel Stunde gehen alle wieder nach Hause.“ ---„Wieviel‘ Leute kommen denn da immer so?“ --- „Och so zwanzig bis dreißig, manchmal auch ein paar mehr.“ --- „Jeden Abend?“ ---„Ja!“ --- „Das‘ ja doll!“

Ein Paketzusteller fragt: „Sie wohnen doch in Haus Nr. 3. Was bedeutet denn die 18 an ihrer Tür?“ Nachdem er die Erklärung bekommen hat, kann er auch nur sagen: „So ‘was hab‘ ich noch nie gehört. Das finde ich richtig gut.“

Diese Art von Gesprächen ist in der Adventszeit sicher vielen Klinkradern geläufig. Der lebendige Adventskalender 2015 liegt nun schon wieder hinter uns. Wir werden von vielen Dörfern regelrecht darum beneidet. Zeigt es doch alle Jahre wieder, dass es außerhalb politischer Zwistigkeiten möglich ist, normal, nett und freundlich miteinander umzugehen. Auch in diesem Jahr haben wir wieder christliche, besinnliche oder heitere Vorträge gehört. Einige haben ihr musikalisches Talent unter Beweis gestellt. Das gemeinsame Singen ist inzwischen Routine und hört sich richtig gut an. Die Bläser, die am Abend vor Heiligabend Weihnachtslieder im ganzen Dorf erklingen lassen, um sich dann schließlich noch einmal beim inzwischen schon traditionellen "letzten Türchen" bei der Familie Grot zu treffen, runden das Ganze vortrefflich ab.

In vielen anderen Orten unserer Gegend hat man auch versucht, etwas Gleiches zu starten. Es scheiterte jedoch oft an mangelndem Interesse. Mancherorts arteten die Abende regelmäßig in ein “Besäufnis“ aus, so dass dann keiner mehr die Lust dazu hatte.

Mit dem lebendigen Adventskalender demonstriert Klinkrade alljährlich, dass ein Zusammenhalt möglich ist. Die fröhliche Stimmung ist nicht aufgesetzt, sondern kommt von Herzen. Vielleicht gelingt es uns ja, diesen „Geist“ über das kommende Jahr hinweg bis zum nächsten Advent zu konservieren.

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