Chronik

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Sensationsfund im Duvenseer Moor

| Wolfgang Tempel

Wer von uns kennt es nicht, das Duvenseer Paddel. Bereits 1923 wurde es bei archäologischen Ausgrabungsarbeiten gefunden. Davon ermutigt wurde weiter gegraben und untersucht. Es wurden Reste menschlicher Ansiedlungen gefunden, darunter Feuersteine, Tierknochen, Haselnussschalen, Holzkohle, Feuerstellen und ein Anlegeplatz. Der Torfboden des ehemaligen, inzwischen verlandeten Sees sorgt dafür, dass Materialien lange erhalten bleiben.

Die unermüdliche Suche hat sich nun ausgezahlt. Ausgrabungsleiter Harald Lübke und sein Team stießen auf Paul Petersens Koppel in Lüchow auf sterbliche Überreste eines Steinzeitmenschen. Am Rande des Duvenseer Moores gelegen werden wir Zeuge einer Brandbestattung, die vor rund 10.500 Jahren stattgefunden hat. Harald Lübke konnte sein Glück zunächst kaum fassen und ließ die Knochenfragmente erst einmal anthropologisch untersuchen. Als dann feststand, dass es sich tatsächlich um menschliche Überreste handelt, war seine Freude und die des gesamten Archäologenteams riesengroß. Stolz präsentierte er gestern (12.10.2022) den zahlreich erschienenen Journalistinnen und Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen den „ältesten Norddeutschen“. Nur im dänischen Jütland gab es bisher einen ähnlichen Fund.

Die ganze Fundstelle wurde nun als Block geborgen und nach Schleswig gebracht, um sie dort unter Laborbedingungen weiter zu untersuchen. Harald Lübke bedankte sich für die große Unterstützung, die ihm und seinem Team hier vor Ort zuteil wurde, namentlich bei den Mitgliedern des Vereins Duvenseer Moor e.V. und dem Grundeigentümer Paul Petersen. Auch diese Unterstützung hat die Archäologen ermutigt, weiterzumachen und letztendlich dafür zu sorgen, dass unsere Region plötzlich weit über ihre Grenzen hinaus in aller Munde ist.

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